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	<title>„Pferde für unsere Kinder e.V.“-Interview Archive - Pferde für unsere Kinder e.V.</title>
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		<title>„Pferde für unsere Kinder e. V.&#8220;-Interview mit Natascha Horstmanshoff</title>
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		<dc:creator><![CDATA[lvetter]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Sep 2023 07:44:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[„Pferde für unsere Kinder e.V.“-Interview]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de/pferde-fuer-unsere-kinder-e-v-interview-mit-natascha-horstmanshoff/">„Pferde für unsere Kinder e. V.&#8220;-Interview mit Natascha Horstmanshoff</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de">Pferde für unsere Kinder e.V.</a>.</p>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h1>„Pferde für unsere Kinder e.V.&#8220;-Interview mit Natascha Horstmanshoff</h1>
<p><strong>Natascha Horstmanshoff ist Dipl. Sozialpädagogin, ausgebildete Reittherapeutin und HIPPOLINI Reitlehrkraft. Pferde sind seit Anfang der neunziger Jahre ein wichtiger Bestandteil in ihrem Leben. Ihre Leidenschaft, die Arbeit mit Pferden, verbindet sie mit ihrer beruflichen Karriere. So arbeitet sie seit 20 Jahren mit Pferden als therapeutische Helfer und gründete den Betrieb „Sonnenreiten Heilpädagogisches Reiten“. Außerdem bietet Sie als HIPPOLINI Reitlehrkraft HIPPOLINI Schulprojekte für die Schulen in ihrer Umgebung an.</strong></p>
<p><em>„Pferde für unsere Kinder e.V.“ wollte von Natascha Horstmanshoff wissen: Aus welchen Gründen hat sie sich für die therapeutische Arbeit mit dem Partner Pferd entschieden? Was steckt hinter den HIPPOLINI Schulprojekten? Wie werden diese von den regionalen Schulen angenommen und warum ist es so wichtig, Kinder mit Pferden bzw. Tieren in Berührung zu bringen?</em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p style="text-align: right;"><em>(Foto: Natascha Horstmanshoff)</em></p>
<p><strong>„Pferde für unsere Kinder e. V.“:</strong> Frau Horstmanshoff, mit Ihrem Betrieb „Sonnenreiten“ auf Ihrem Hof Schnitzerstube in Münstertal bieten Sie heilpädagogisches Reiten sowie Reiten für förderbedürftige Kinder und Erwachsen an. Können Sie uns mehr über Ihre Arbeit erzählen? Und aus welchen Gründen haben Sie sich für die therapeutische Arbeit mit dem Partner Pferd entschieden?<br /><strong>Natascha Horstmanshoff:</strong> Das hat den Ursprung in meinem Studium. Ich selbst habe Pferde seit meinem 16. Lebensjahr und mit dem Studium der Sozialpädagogik habe ich die Chance gesehen, meine Leidenschaft zu meinem Beruf zu machen. Im Rahmen meines sechsmonatigen Praxissemester hatte ich die Möglichkeit auf einen Hof im Elsass zu gehen, welcher sich auf die therapeutische Arbeit mit Pferden spezialisiert hat. Dort konnte ich verschiedene Einsatzmöglichkeiten, wie mit Pferden gearbeitet wird, kennenlernen. Durch meine Anleiterin hatte ich zudem die Chance an zwei Modulen der französischen Ausbildung zur Reittherapeutin teilzunehmen. Diese Chance habe ich genutzt und die zweijährige Ausbildung beim Förderkreis für therapeutisches Reiten in Deutschland an mein Studium angeschlossen.</p>
<p>Während meiner Zeit im Elsass habe ich, durch ein Erlebnis mit einem Jungen in der Therapie, die Autismus Spektrum Störung kennengelernt. Dies veranlasste mich dazu meine Diplomarbeit zum Thema „Reittherapie mit autistischen Kindern“ zu schreiben. Dafür bin ich drei Monate in Frankreich in eine Einrichtung gegangen und habe dort eine teilnehmende Beobachtung durchgeführt. Durch die Beobachtung von rund 50 Kindern mit der Autismus Spektrum Störung untersuchte ich, welche Einflussmöglichkeiten das Pferd auf die Kommunikation und soziale Interaktion bei autistischen Kindern hat. Mittlerweile bin ich selbständig und habe gemeinsam mit meinem Mann ein Unternehmen gegründet. Wir bieten Integrationsdienstleistungen für Kinder und Jugendliche im Autismus Spektrum an. Hier am Hof haben wir mittlerweile acht Pferde, mit denen ich direkt bei uns im Münstertal meine Arbeit mit Pferden anbiete.</p>
<p><strong>„Pferde für unsere Kinder e. V.“:</strong> Durch Ihre heilpädagogische Arbeit haben Sie mit Sicherheit bereits viele schöne Erlebnisse mit Kindern erfahren. Welche Erlebnisse waren besonders prägend für Sie?<br /><strong>Natascha Horstmanshoff:</strong> Die prägendste und intensivste Zeit war tatsächlich meine Zeit in Frankreich während meiner Diplomarbeit. Dort durfte ich viele beeinträchtigte autistische Kinder kennenlernen und beobachten. Was mich nachhaltig berührt hat, war zu sehen, wie die Pferde auf die Kinder reagiert haben. Dass sie die Kinder einfach so annehmen, wie sie sind. Wir hingegen urteilen sofort, wenn wir Menschen begegnen. Pferde tun das nicht. Sie begegnen dem Kind so, wie es ist und reagieren darauf ohne, dass wir dem Pferd sagen müssen, was es zu tun hat oder wie es reagieren soll. Dabei bringen sie das Innerste des Kindes zu Tage. Denn auch das Kind kann sich dem Pferd gegenüber nicht verstellen. Als Therapeuten stehen wir daneben und dürfen beobachten. Unsere Aufgabe ist es zu interpretieren, was die Pferde uns zeigen. So habe ich zum Beispiel einen Jungen in der Therapie kennengelernt, der sehr aggressiv war und ein selbstverletzendes Verhalten hatte. Bei der Therapie stellte ich mich mit dem Pony bei der Aufstiegshilfe bereit. Er kam, setzte sich aufs Pony und wir liefen los. In Frankreich war es so, dass die Therapeuten immer rückwärtsgelaufen sind also vor dem Pferd her, sodass sich das Kind sowohl vom Blick des Therapeuten als auch vom Pferd getragen fühlen konnte. Während ich mit dem Kind die Runden gelaufen bin, hat das Kind geschrien, sich gegen den Kopf geschlagen und war in seinen Aggressionen gefangen. Von Runde zu Runde wurde er entspannter. Irgendwann hat er sich vom Pferderücken runter rutschen lassen, saß im Sand und hat dabei einfach nur bitterlich geweint. Ich habe ihn zu einer Bank begleitet, setzte mich hinter ihn, um ihn zu stützen. Was beeindruckend war, das Pony folgte uns, legte seinen Kopf in seinen Schoß und spendete dem Jungen Trost. Die Wut und Verzweiflung des Kindes wandelte sich in Trauer. Das zu erleben, dass sich Gefühle mit dem Pferd verwandeln können ist bemerkenswert. Es fasziniert mich immer wieder, dass wir als Therapeuten den Pferden nicht sagen müssen, was sie zu tun haben, sondern die Pferde reagieren einfach. Wir sind zwar da, können einen Rahmen schaffen und den Kindern diese Chance bieten, aber letztendlich können wir nur zuschauen bzw. beobachten, was passiert.</p>
<p><strong>„Pferde für unsere Kinder e.V.“:</strong> Welchen Wert hat das Pferd aus Ihrer Erfahrung heraus für Kinder und Jugendliche? Und warum ist der Kontakt zum Pferd so wichtig?<br /><strong>Natascha Horstmanshoff:</strong> Jedes Kind bringt seine eigene Persönlichkeit und Geschichte mit zu den Pferden. Und so ist auch der Wert des Pferdes je nach Kind ein ganz anderer. Bei unserer Arbeit mit Pferden bieten wir Kindern die Möglichkeit, sich zu entdecken, ihre Gefühle zu entdecken und sind für das Kind da. So können ganz andere Seiten von den Kindern zu Tage kommen: Wie aus Aggressivität plötzlich Trauer wird diese Trauer können wir behandeln. So habe ich zum Beispiel ein Kind in der Schulbegleitung, welches in der Schule über Tische und Bänke gesprungen ist und Stühle umhergeworfen hat. Das Kind zeigte hauptsächlich aggressives Verhalten. Er kam zu mir und meinen Pferden in die Therapie. Auf einem Weg, der eigentlich nur fünf Minuten braucht, waren wir über eine Stunde unterwegs, weil es bergab ging und jeder Schritt vom Pferd war eine Herausforderung für das Kind. Das Kind zeigte nämlich plötzlich Ängstlichkeit. Das ließ die gesamte Aggressivität in der Schule in einem ganz anderen Licht erscheinen, wenn man merkt, hinter dem Verhalten des Kindes steckt Angst. Damit kann ganz anders umgegangen werden. So ist, wie bereits gesagt, der Wert des Pferdes für jedes Kind ein ganz anderer. Das Schöne daran ist, dass die Pferde die Kinder nicht spüren lassen, dass sie sich gerade in einer Therapie befinden. Sie können einfach herkommen, können sein und dürfen so sein, wie sie sind.</p>
<p><strong>„Pferde für unsere Kinder e.V.“:</strong> Neben Ihren heilpädagogischen Angeboten, bieten Sie als HIPPOLINI Reitlehrkraft für die Schulen in Ihrer Umgebung HIPPOLINI Schulprojekte an. Können Sie uns das Projekt näher erläutern? Wie wird das Angebot bei den Schulen angenommen?<br /><strong>Natascha Horstmanshoff:</strong> Das Schulprojekt soll Kindern im Grundschulalter die Möglichkeit geben mit Pferden in Kontakt zu kommen. Natürlich gibt es in diesem Alter immer wieder Kinder, vor allem Mädchen, die sagen, sie möchten reiten, aber nicht alle Eltern können oder möchten das ihren Kindern ermöglichen. Das Schulprojekt bietet die Chance, alle Kinder im Grundschulalter in Kontakt zum Pferd zu bringen. Konkret läuft das Schulprojekt so ab, dass ich an zwei Tagen in die Klasse komme und mit den Kindern die Grundeigenschaften von Pferden bespreche: Herdentier, Fluchttier, Dauerfresser, Lauftiere usw.. Auch wird besprochen, wie es abläuft, wenn die Kinder zu mir an den Hof kommen. Gleichzeitig bekommen sie im Vorfeld das Holzpferd, welches ich von Ihnen erhalten habe, um sich mit dem Thema Pferd zu beschäftigen. Im Anschluss haben die Klassen die Möglichkeit ein bis drei Tage zu uns an den Hof zu kommen. Die Klassen werden in Gruppen eingeteilt, so dass immer ein paar Kinder zusammen mit mir Übungen auf dem Reitplatz mit den Ponys machen und die anderen an vorbereiteten Lernstationen sich Wissen rund ums Thema Pferd aneignen können, wie zum Beispiel zur Fütterung, Pflege und Verhalten der Pferde. Die Gruppen werden innerhalb des Tages immer wieder gewechselt, sodass jedes Kind mit dem Pony in Kontakt kommt. Am Ende des Projektes hat jedes Kind seine eigene Projektmappe mit Bildern, Arbeitsblättern, die sie sich erarbeitet haben und Geschichten, die sie über die Pferde geschrieben haben. Je nach Wunsch der Lehrer, kann das Projekt in der Schule weiter bearbeitet werden.</p>
<p>Die Schulen im Münstertal waren zuerst etwas kritisch dem Projekt gegenüber, aber mittlerweile freuen sich alle drei Schulen auf die Projekttage. Mit einer Schule habe ich bereits feste Termine für die Durchführung. Mit den anderen beiden Schulen werde ich mich in den kommenden zwei Wochen treffen. Alle drei Schulen möchten das Projekt aber zu Beginn des neuen Schuljahres machen und es als Chance für die Klassengemeinschaft nutzen.</p>
<p><strong>„Pferde für unsere Kinder e.V.“:</strong> Nun kommen wir auch schon zur letzten Fragen. Aus welcher Motivation heraus stellen Sie sich der Aufgabe, Kinder und Jugendliche mit Pferden und der Natur in Kontakt zu bringen?<br /><strong>Natascha Horstmanshoff:</strong> Ich selbst hatte die Chance, mit 14 Jahren reiten zu dürfen. Durch meine Tante bot sich mir die Möglichkeit ein eigenes Pferd zu haben und ich durfte selbst erleben, wie positiv dieser Einfluss von Pferden ist. Bei meinen eigenen Kinder, die hier am Hof quasi mit Pferden aufgewachsen sind, habe ich gesehen, wie wertvoll es ist, mit den Pferden auch den Kontakt zur Natur zu erlernen. Bei jedem Wind und Wetter ist es nötig, dass wir hinausgehen und unsere Pferde versorgen. Wir müssen Rücksicht auf unsere Pferde nehmen. Die Kinder lernen dadurch Aufgaben zu übernehmen, die sie im täglichen Leben auch brauchen, wie Verantwortungsbewusstsein oder wie die Natur zusammenhängt. Zum Beispiel erfahren sie, was es bedeutet, wenn es im Frühjahr nur regnet und dadurch nur schwer Heu gemacht werden kann. Nämlich, dass die Pferde dann kein Futter oder schlechtes Futter haben. All diese Zusammenhänge konnten unsere Kinder hautnah erleben. Diese Chance zu erlernen, wie die Natur zusammenhängt, möchte ich ganz vielen Kindern geben. Mit dem Pferd ist das natürlich viel einfacher, weil es einen hohen Aufforderungscharakter hat und die Kinder Lust haben zu reiten. Ganz nebenbei lernen die Kinder die Zusammenhänge der Natur kennen. Das ist zwar nicht das Erste, was die Eltern denken, wenn sie ihre Kinder zum Reiten hierher schicken, aber das ist eine ganz große Chance. Bei mir stehen der Kontakt zu den Pferden und die Zusammenhänge der Natur im Vordergrund und nicht das Reiten. So gestalte ich auch meine Unterrichtsstunden mit den Kindern. Wir haben immer ein Thema, welches die Kinder in der Stunde lernen. Zum Beispiel lernen sie die Etagen des Waldes kennen oder die Jahreszeiten. Am Ende jeder Stunde erhalten die Eltern einen Bericht und Bilder von mir. Dadurch lernen die Eltern mit der Zeit den Wert der Stunde zu schätzen. Sie sehen, dass es nicht nur um das Spielen mit dem Pony oder das Reiten lernen geht. Das ist mir sehr wichtig, da Kinder in diesem Alter oft nur sehr wenig zuhause erzählen und ich möchte, dass die Eltern sehen, dass HIPPOLINI einfach mehr ist, als nur spielen mit dem Pony. Durch meine Berichte sehen die Eltern, was wir machen und was die Kinder gelernt haben. Die Eltern geben mir Rückmeldungen, wenn es zum Beispiel Veränderungen im Sozialverhalten zwischen den Geschwistern gibt. Eine andere Mutter war einmal sehr überrascht, als ihr Sohn ohne Widerrede den Berg hinauflief, um die Ponys von der Koppel zu holen. Das würde er Zuhause nie machen. Aber sowas passiert hier täglich und es ist schön, dass die Eltern das mitbekommen und zu schätzen wissen.</p>
<p><strong>„Pferde für unsere Kinder e.V.“:</strong> Haben Sie noch Anregungen für uns oder etwas, dass Ihnen besonders am Herzen liegt?<br /><strong>Natascha Horstmanshoff:</strong> Erlauben Sie mir noch einen Satz. Ohne meinen Mann wäre es mir nicht möglich diese tolle Arbeit, die ich so liebe zu leisten. Von Anfang an stand er hinter meiner Leidenschaft für die Pferde und meine Arbeit mit ihnen und den Kindern. Und ihm habe ich all das zu verdanken wo wir heute gemeinsam stehen.</p>
<p><strong>„Pferde für unsere Kinder e. V.“:</strong> Herzlichen Dank für das Interview und Ihre tolle Arbeit!</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p style="text-align: right;"><em>(Fotos: Natascha Horstmanshoff)</em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Pressekontakt:</strong></p>
<p><strong>Pferde für unsere Kinder e.V.</strong><br />Lena Vetter<br />T: +49 (0) 4296 / 748 74 16<br />E: <a href="mailto:vetter@pferde-fuer-unsere-kinder.de">vetter@pferde-fuer-unsere-kinder.de</a></p></div>
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		<title>„Pferde für unsere Kinder e.V.“-Interview mit Isadora und Gabriele Siekmann von der Reitschule Isadora Siekmann</title>
		<link>https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de/pferde-fuer-unsere-kinder-e-v-interview-mit-isadora-und-gabriele-siekmann-von-der-reitschule-isadora-siekmann/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[lvetter]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Jul 2023 08:54:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[„Pferde für unsere Kinder e.V.“-Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder und Pferde]]></category>
		<category><![CDATA[Reitschule Isadora Siekmann]]></category>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h1 style="text-align: left;" align="CENTER">„Pferde für unsere Kinder e. V.“-Interview mit Isadora und Gabriele Siekmann von der Reitschule Isadora Siekmann</h1>
<p align="JUSTIFY"><b>Isadora Siekmann ist ausgebildete Pferdewirtin der Fachrichtung „Haltung und Service“ und absolvierte bei Ulrike Mohr die Zusatzqualifikation Kinderreitunterricht. Mit Ihrer Reitschule Isadora Siekmann ist sie „Pferde für unsere Kinder“-Partner, Unternehmensmitglied und setzt sich für die sozial-pädagogische Förderung von Kindern und Jugendlichen mit dem Partner Pferd ein.</b></p>
<p align="JUSTIFY">„Pferde für unsere Kinder“ wollte von Isadora Siekmann und ihrer Mutter, Gabriele Siekmann, erfahren, warum sie sich für eine Reitschule mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendunterricht entschieden haben, welchen Wert das Pferd aus ihren Erfahrungen für Kinder hat und wie die Zukunft der Reitschule Isadora Siekmann aussieht.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p align="JUSTIFY">„<b>Pferde für unsere Kinder e. V.“:</b> Frau Siekmann, in Ihrer Reitschule bieten Sie verschiedene Kursangebote für Kinder wie Einzel- und Partnerstunden, Purzelstunden und Ferienfreizeiten an. Warum haben Sie sich mit Ihrer Reitschule für den Schwerpunkt Kinder- und Jugendreitunterricht entschieden?</p>
<p align="JUSTIFY"><b>Isadora Siekmann: </b>Ich hatte schon von klein auf den Wunsch, etwas mit Pferden zu machen und bekam auch die Möglichkeit dazu. Mit sechs Jahren habe ich beschlossen, dass ich gerne Pferdewirtin werden und Reitunterricht geben möchte. Ich absolvierte viele Praktika in diesem Bereich und durfte, als ich älter wurde, dort im Kinderreitunterricht hospitieren. Während meiner Ausbildung beim Bielefelder Reit- und Fahrclub e. V. bekam ich im Rahmen einer Fortbildung bei Ulrike Mohr die Möglichkeit, mich noch intensiver mit dem Kinderreitunterricht zu befassen. Dabei habe ich immer stärker gemerkt, dass mir es unglaublichen Spaß macht, den Kindern bei ihrer Entwicklung zuzusehen und wie fasziniert sie von diesen großen Lebewesen sind. Diese Entwicklung und Faszination zwischen dem Pferd und dem Kind sowie die Partnerschaft, die dabei entstehen kann, hat in mir den Wunsch nochmals vergrößert, hier, auf dem Hof meiner Eltern, selber eine Reitschule mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendreitunterricht zu eröffnen. Erwachsene sind natürlich auch willkommen aber der Schwerpunkt liegt bei den Kinder und Jugendlichen.</p>
<p align="JUSTIFY">Zudem ist das Pferd ein Kulturgut und ich möchte dazu beitragen, dass dieses der Gesellschaft erhalten bleibt. Die Kinder und Jugendlichen sind im Prinzip die Zukunft des Ganzen. Daher müssen gerade diese an das Pferd herangeführt werden. Vor allem Kindern, die in der Stadt aufwachsen oder auch hier keinen Kontakt zu Pferden haben, möchten wir mit unserer Reitschule den Kontakt zum Pferd ermöglichen.</p>
<p align="JUSTIFY">„<b>Pferde für unsere Kinder e.V.“: </b>Welches (reit-)pädagogische Konzept liegt den Kursen Ihrer Reitschule zu Grunde?</p>
<p align="JUSTIFY"><b>Isadora Siekmann: </b>In unserer Reitschule haben wir zum einen selbst ausgearbeitete Konzepte und zum anderen nehmen wir regelmäßig an verschiedenen Fortbildungen teil. So haben wir eine Fortbildung bei Roswitha Schreiber-Jetzinger bezüglich des Spielerischen im Reitunterricht gemacht.</p>
<p align="JUSTIFY"><b>Gabriele Siekmann:</b> Zudem gibt es von der FN eine ganze Menge von Unterrichtsmaterialien, die bei uns zum Einsatz kommen. Ich selbst habe vor einigen Jahren die Ausbildung zum Coach gemacht und habe viele Jahre in der Jugendarbeit gearbeitet. Daher kann ich unsere Tochter entsprechend unterstützen, was die Methodenvielfalt angeht.</p>
<p align="JUSTIFY">„<b>Pferde für unsere Kinder e.V.“: </b>Ein neues Konzept, welches von Ihnen entwickelt wurde, nennt sich „Pferdefreunde finden“. Was genau steckt hinter dem Konzept?</p>
<p align="JUSTIFY"><b>Isadora Siekmann: </b>„Pferdefreunde finden“ ist ein Konzept, dass sich von uns an Kindergärten und Grundschulen richtet. Hierbei geht es uns darum, dass möglichst viele Kinder den Zugang zum Pferd erhalten, mit dem <i>„Pferdevirius“</i> infiziert werden und lernen, dass diese großen Tiere wirklich als Freund agieren können. Sie sollen die Verbundenheit, die zwischen ihnen und dem Pferd entstehen kann, erleben und begreifen, dass es ein eigenständiges Individuum mit Gefühlen ist. Darüber hinaus lernen die Kinder Rücksicht auf das Individuum „Pferd“ zu nehmen. Es entsteht ein Geben und Nehmen, eine Partnerschaft zwischen dem Kind und dem Pferd / Pony. Die Kinder lernen Verantwortung zu übernehmen.</p>
<p align="JUSTIFY"><b>Gabriele Siekmann:</b> Beim Umgang mit den Kindern und den Schüler*innen achten wir bei „Pferdefreunde finden“ und im Reitunterricht darauf, dass diese nicht alleine gelassen werden. So können sie sich bei der Vorbereitung der Pferde und Ponys immer an mich wenden. Zudem ist es uns sehr wichtig, dass auf der einen Seite der Tierschutz zum Tragen kommt und auf der anderen Seite die Kinder in ihrer Entwicklung und mit ihren Problemen angenommen werden. So fragen wir immer, wie es den Kindern geht. Die Kinder haben dadurch die Möglichkeit zu reflektieren, wie es ihnen heute eigentlich geht und ihren Zustand uns gegenüber zu äußern. Sie lernen auf ihrer eigenen Gefühle zu achten und mit sich selbst achtsam umzugehen. Sie lernen dabei auch ihre Grenzen kennen. Das ist etwas, was sie in ihrem allgemeinen Umfeld nicht unbedingt lernen und wo sie auch nicht die Möglichkeit dazu haben.</p>
<p align="JUSTIFY">„<b>Pferde für unsere Kinder e.V.“:</b> Das Konzept „Pferdefreunde finden“ bieten Sie auch für Kinder mit besonderem Förderbedarf an. Welche Erfahrungen haben Sie in der Arbeit mit Kindern mit besonderem Förderbedarf bereits gemacht?</p>
<p align="JUSTIFY"><b>Gabriele Siekmann:</b> Einige Kinder, die bei uns auf den Hof kommen, haben große Ängste, sind von ihrem Bewegungsmodus völlig eingeschränkt oder haben mit starkem Übergewicht zu kämpfen. All diese Dinge werden bei uns im Unterricht angegangen und finden natürlich ihre Berücksichtigung. Aus diesem Grund ist auch die Bodenarbeit ein wichtiger Bestandteil des Reitunterrichtes von Isadora.</p>
<p align="JUSTIFY"><b>Isadora Siekmann:</b> Richtig. Wir machen bei uns nicht nur den normalen Reitunterricht auf dem Pferd, sondern legen auch einen Schwerpunkt auf die Bodenarbeit. In der Bodenarbeit geht es um die Vertrauensbildung zwischen Pferd und Mensch. Die Kinder lernen durch angeleitete Veränderung der Körpersprache Einfluss auf ihr Pferd oder Pony zu nehmen. Eine Form der Selbstwirksamkeit. Der bewusste Umgang mit dem Pferd wird bei der Bodenarbeit vertieft und dient so als Sicherheitstraining zur Unfallverhütung. Auch im Hinblick auf den Tierschutz. Bei 35 Grad ist es nicht mehr passend, sich auf das Pferd zu setzen und zu reiten, sondern man kann dann Bodenarbeit oder Theorie zum Thema „Fütterung“ oder „Gesundheit des Pferdes“ machen.</p>
<p align="JUSTIFY">„<b>Pferde für unsere Kinder e. V.“: </b>Welchen Wert hat das Pferd aus Ihren Erfahrungen heraus für Kinder?<b> </b></p>
<p align="JUSTIFY"><b>Isadora Siekmann:</b> Das Pferd fördert die sozialen Fähigkeiten von Kindern, wie Empathie, Rücksichtnahme, das Miteinander und die gegenseitige Hilfestellung. Das Pferd holt bei den Kindern teilweise Fähigkeiten heraus und lässt sie über sich hinauswachsen. Kinder mit einem kleinen Selbstwertgefühl wachsen mit der Zeit am Pferd und kommen auch in ihrem Alltag immer mehr aus sich heraus.</p>
<p align="JUSTIFY"><b>Gabriele Siekmann:</b> Das ist etwas, was uns die Eltern berichten. Ihr Kind ist nun viel ruhiger oder konzentrierter. Die Eltern sprechen uns an, wenn es zum Beispiel Schwächesituationen in der Schule gibt. Wenn die Kinder Konflikte haben, die sie in den Reitunterricht mitnehmen, merken wir das.</p>
<p align="JUSTIFY"><b>Isadora Siekmann:</b> Daher ist es uns sehr wichtig, dass sich die Kinder uns mit ihren Problemen anvertrauen können. Wir möchten, dass die Kinder wirklich eine Bindung zu uns bekommen und zu denen, mit denen sie zusammen reiten. Aus diesem Grund halten wir die Gruppengröße in unserer Reitschule relativ klein. So kann ohne weiteres über Dinge, die störend sind, in der Gruppe gesprochen werden und die Frustration im Reitunterricht bleibt niedrig. Man sieht es teilweise auch in der Reitstunde, wenn die Kinder ihr Problem oder was sie belastet, losgeworden sind, dann klappt es auf einmal wieder deutlich besser. Als Erwachsener kennt man das selbst: Man hat einen stressigen Tag, kommt in den Reitstall, setzt sich aufs Pferd und auf einmal klappt nichts, weil man einfach selbst so unter Druck ist und die Tiere so empathisch sind. Aus diesem Grund ist es sehr hilfreich über seine Probleme zu sprechen.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p align="JUSTIFY">„<b>Pferde für unsere Kinder e. V.“: </b>Neben Ihrem Konzept „Pferdefreunde finden“ bei welchem Sie u. a. mit dem Kinderschutzbund kooperieren möchten, planen Sie die Angebotspalette Ihrer Reitschule zu erweitern. Welche konkreten Angebote und Maßnahmen sind geplant?</p>
<p align="JUSTIFY"><b>Isadora Siekmann:</b> Wir möchten Ponytage bzw. einen Ponytag für Kindergärten als Abschlussveranstaltung für die Kinder, die im darauffolgenden Jahr in die Schule kommen, anbieten.</p>
<p align="JUSTIFY"><b>Gabriele Siekmann:</b> Dann möchten wir einen Nachmittag für Familien anbieten, um auch die Eltern zu erreichen. Denn es ist so, dass der Reitsport bezahlt werden muss und dafür in den meisten Fällen die Eltern zuständig sind. Zudem haben wir demnächst einen Tag der offenen Tür, um uns in der Region etwas bekannter zu machen. Dann ist leider irgendwann unser Limit erreicht, weil wir, um weiter wachsen zu können, eine größere Reithalle benötigen.</p>
<p align="JUSTIFY"><b>Isadora Siekmann:</b> Oder eine zweite Halle. Mein langfristiger Wunsch ist es, die Anlage größer zu gestalten und dass wir noch mehr Plätze anbieten können. Dafür benötigen wir eine größere bzw. eine zweite Halle. Aktuell haben wir eine Reithalle und einen Platz. Wenn man parallel die Halle und den Platz besetzt, scheitert es spätestens im Winter. Aus diesem Grund, möchten wir gerne eine zweite Halle bauen lassen.</p>
<p align="JUSTIFY">„<b>Pferde für unsere Kinder e.V.“:</b> Was können wir als Verein sowie unsere Mitglieder und Partner tun, um Sie bei Ihrem weiteren Weg zu unterstützen?</p>
<p align="JUSTIFY"><b>Isadora Siekmann: </b>Kurzfristig gesehen, hätten wir gerne Unterstützung, um besser an die Schulen und Kindergärten herangehen zu können. Langfristig gesehen, hätten wir gerne Unterstützung bei dem Bau der Reithalle. So etwas muss beantragt werden und es wäre hilfreich einige Personen zu haben, die sich als Fürsprecher für den Bau einsetzen können, wie Schulen, Kindergärten und der Verein „Pferde für unsere Kinder“.</p>
<p align="JUSTIFY">„<b>Pferde für unsere Kinder e. V.“:</b> Herzlichen Dank für das Interview!</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Pressekontakt:</strong></p>
<p><strong>Pferde für unsere Kinder e.V.</strong><br />Lena Vetter<br />T: +49 (0) 4296 / 748 74 16<br />E: <a href="mailto:vetter@pferde-fuer-unsere-kinder.de">vetter@pferde-fuer-unsere-kinder.de</a></p></div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de/pferde-fuer-unsere-kinder-e-v-interview-mit-isadora-und-gabriele-siekmann-von-der-reitschule-isadora-siekmann/">„Pferde für unsere Kinder e.V.“-Interview mit Isadora und Gabriele Siekmann von der Reitschule Isadora Siekmann</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de">Pferde für unsere Kinder e.V.</a>.</p>
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		<title>„Pferde für unsere Kinder e.V.“-Interview mit Dr. Astrid von Velsen-Zerweck</title>
		<link>https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de/pferde-fuer-unsere-kinder-e-v-interview-mit-dr-astrid-von-velsen-zerweck/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[lvetter]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Oct 2022 12:49:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[„Pferde für unsere Kinder e.V.“-Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Astrid von Velsen-Zerweck]]></category>
		<category><![CDATA[Haupt- und Landgestüt Marbach]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de/pferde-fuer-unsere-kinder-e-v-interview-mit-dr-astrid-von-velsen-zerweck/">„Pferde für unsere Kinder e.V.“-Interview mit Dr. Astrid von Velsen-Zerweck</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de">Pferde für unsere Kinder e.V.</a>.</p>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h1>„Pferde für unsere Kinder e.V.“-Interview mit Dr. Astrid von Velsen-Zerweck, Landoberstallmeisterin des Haupt- und Landgestüts Marbach</h1>
<p><strong>In Deutschland gibt es bundesweit insgesamt zehn Haupt- und Landgestüte (HuL), die seit Jahrhunderten die Tradition und das Kulturgut Pferd für die Gesellschaft bewahren. Und nicht nur bewahren: Die Haupt- und Landgestüte waren und sind von jeher Garanten dafür, dass die Landespferdezuchten auch unter stark veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen durch die Bereitstellung geeigneter Landbeschäler die besten, für die entsprechenden Einsatzgebiete erforderlichen Vatertiere anbieten und das Jahrhunderte alte Wissen und die Erfahrungen immer wieder an die folgenden Generationen weitergeben und entwickeln.</strong></p>
<p><strong>Das älteste unter ihnen ist mit einer über 500-jährigen Geschichte das Haupt- und Landgestüt Marbach. Seine Geschicke werden seit 2007 von Landoberstallmeisterin Dr. Astrid von Velsen-Zerweck geleitet. </strong></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p style="text-align: right;"><em>(Foto: Claudia Gille)</em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>„Pferde für unsere Kinder e.V.“:</strong> In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Aufgaben des Haupt- und Landgestüts stark gewandelt, sind vielleicht noch vielfältiger geworden. Wo sehen Sie heute und in der Zukunft die wichtigsten Aufgaben?</p>
<p><strong>Dr. Astrid von Velsen-Zerweck: </strong>Das HuL Marbach hat eine über 500-jährige Geschichte. Nachdem es zunächst als Hofgestüt fungierte und die Aufgabe hatte, Pferde für den Hof zu züchten, haben sich die Aufgaben im Laufe der Zeit gewandelt. Nach wie vor wichtigste Aufgabe ist die Bereitstellung geeigneter Hengste für die Landespferdezucht, um die gesetzten Zuchtziele und den Erhalt bedrohter Pferderassen erreichen zu können. Wesentlich ist es weiterhin, die Fähigkeiten und Fertigkeiten als immaterielles Kulturgut zu erhalten und weiterzuentwickeln: Hierzu zählt die fundierte generationsübergreifende Ausbildung der Pferdewirte genauso wie die der gestütstypischen Handwerksberufe.</p>
<p>Während sich in der Vergangenheit die Aufgabenschwerpunkte hauptsächlich auf die Pferdezucht und Landwirtschaft konzentrierten, sind v.a. in den letzten Jahren Aufgaben insbesondere in den Bereichen Bildung, Tourismus, Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit und Kulturpflege hinzugekommen. Eine große Aufgabe für die Zukunft sehe ich &#8211; neben dem Gestütsbetrieb &#8211; darin, die Bereiche Bildung, Veranstaltungen und Kulturpflege weiter auszubauen und für die Zukunft leistungsfähig zu machen.</p>
<p><strong> </strong><strong>„Pferde für unsere Kinder e. V.“:</strong> Konnten Sie feststellen, dass sich die Rassenschwerpunkte und die Nachfrage in den vergangenen Jahren verändert hat bzw. gehen Sie davon aus, dass es in den kommenden Jahren weitere Veränderungen gibt?</p>
<p><strong>Dr. Astrid von Velsen-Zerweck:</strong> Hier ist es wichtig, die Nachfrage des Marktes von der Aufgabe, die die Haupt- und Landgestüte gestellt bekommen, zu differenzieren. So tragen Staatsgestüte zum Erhalt der regionaltypischen Rassen bei: in Marbach sind das die Erhaltung des Schwarzwälder Kaltblutpferdes und des Altwürttemberger Pferdes sowie die besonders mit der Landesgeschichte verbundene Weil-Marbacher Vollblutaraberzucht. Auch in der Warmblutzucht geht es darum, den Erhalt besonderer Blutlinien sicherzustellen und Veredler anzubieten: hier müssen bzw. sollen die Haupt- und Landgestüte nicht immer marktkonform handeln.</p>
<p>Natürlich lässt sich die Aufgabe der Erhaltungszuchtprogramme zum Teil mit der Marktentwicklung verbinden. So eignen sich Altwürttemberger und auch das Schwarzwälder durch ihre Ausgewogenheit und Gelassenheit sehr gut als umgängliche Freizeitpferde. In der Warmblutpferdezucht und der Deutschen Reitponyzucht entwickelt sich der Markt eher in Richtung Spitzensport: die breite Masse der Pferdebegeisterten kann mit diesen Pferden jedoch oftmals nicht umgehen.</p>
<p>Seit einiger Zeit sind auch wieder Ponyhengste im Landgestüt stationiert: Ein Signal und Wunsch des Marktes und der Pferdezuchtverbänden im Süden, um für den reiterlichen Nachwuchs geeignete Ponys zu züchten.</p>
<p><strong>„Pferde für unsere Kinder e. V.“: </strong>Welche gesellschaftliche Bedeutung haben Ihrer Meinung nach die Haupt- und Landgestüte? Und warum ist es so wichtig, dass die Haupt- und Landgestüte das Pferd für die Gesellschaft erhalten?</p>
<p><strong>Dr. Astrid von Velsen-Zerweck:</strong> Wir, also die Staatsgestüte in Deutschland und Europa, sind nach wie vor die Hüter der Berufsstände rund um das Thema Pferd, wie Pferdewirt, Landwirt und der handwerklichen Berufe. Wir haben eine ununterbrochene Tradition, das Wissen und die Fähigkeiten und Fertigkeiten in den Bereichen Pferdezucht, Pferdehaltung, Reiten, Fahren und der handwerklichen Berufe fortzuführen und weiterzuentwickeln. Wir halten das Kulturerbe Pferd lebendig und leicht zugänglich nicht nur für das Fachpublikum, sondern auch für die breite Bevölkerung, für Familien, Kindergärten und Schulen. Wir sind eine Plattform für die Öffentlichkeit sowie eine Schnittstelle für die Pferdebranche und arbeiten mit den jeweiligen regionalen Verbänden eng zusammen. An das HuL Marbach ist außerdem das Kompetenzzentrum PFERD Baden-Württemberg angegliedert, welches ein Zusammenschluss großer Pferdeinstitutionen sowie Landesanstalten, Schulen, Hochschulen und Verbänden rund um das Pferd ist. Ein besonderer Wert für den die Staatsgestüte stehen, ist die über Jahrhunderte geleistete Kontinuität im Einsatz für das Pferd und die Gesellschaft.</p>
<p><strong> </strong><strong>„Pferde für unsere Kinder e.V.“: </strong>Im Laufe der Jahrzehnte ist das Pferd immer weiter aus dem Bewusstsein unserer Gesellschaft verschwunden. Zudem wird der Umgang mit dem Pferd, ob im Sport- oder Freizeitbereich immer häufiger kritisch gesehen. Welche Maßnahmen hat das Gestüt getroffen, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken?</p>
<p><strong>Dr. Astrid von Velsen-Zerweck: </strong>Dass das Pferd aus dem Bewusstsein der Gesellschaft immer weiter verschwindet, ist seit langem Thema bei uns. Solange Pferde im täglichen Leben eine Rolle gespielt haben, ob als Arbeitstier, Transportmittel oder im militärischen Einsatz, wusste jeder, was ein Pferd ist, wie es sich verhält und was für die Haltung eines Pferdes notwendig ist. Heute beobachten wir zunehmend, dass immer mehr Menschen ohne Tiere, den Bezug zur Natur bzw. das Leben mit der Natur aufwachsen – das zum Teil schon über mehrere Generationen.</p>
<p>Durch die tägliche Öffnung des Gestüts für die Öffentlichkeit, welche in Marbach bereits in den 1970er Jahren durch den damaligen Landoberstallmeister Dr. Wolfgang Cranz eingeführt wurde, versuchen wir dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Zudem haben wir einen stetig wachsenden Fachbereich Tourismus, der mit verschiedenen Angeboten für Besucher, wie Führungen, Kutschfahrten und Veranstaltungen, ein Bewusstsein dafür schafft, dass das Pferd seit über 6.000 Jahren ganz selbstverständlich zum Leben der Menschen dazugehört hat und auch heute noch dazugehört. Ferner ist das Haupt- und Landgestüt Marbach sehr gut in der Region mit den Gemeinden, Tourismusverbänden und dem UNESCO Biosphärengebiet Schwäbische Alb vernetzt und tief in der Gesellschaft verankert.</p>
<p>Auch die Kritik beim Umgang mit dem Pferd ist ein großes Thema. Je weiter sich die Menschheit von der Natur entfernt, umso weniger ist ein Verständnis für die Natur, die Landwirtschaft und die Nutztiere vorhanden. Hinzu kommt, dass durch die digitalen Netzwerke Meinungen global verbreitet werden können und schnell Meinungsblasen entstehen. Wir versuchen durch Transparenz und fundierte Fachlichkeit der zunehmenden Kritik zu begegnen. Als Experten in den Bereichen Pferdezucht, Pferdehaltung, Landwirtschaft, Reiten, Fahren, Schmiede, Sattler und Wagner machen wir unser Wissen den täglichen Besuchern zugänglich.</p>
<p>Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit versuchen wir positive Beispiele unserer täglichen Arbeit in den Fachmedien, klassischen Medien, über Social Media und auf Messen und Ausstellungen zu verbreiten. Auf Fragen und Kritik, die uns erreichen, antworten wir individuell und ausführlich, denn es ist sehr wichtig, dass die Kritik der Gesellschaft ernst genommen wird. Innerhalb der Branche sind wir alle gemeinsam gefordert, Missstände fortlaufend auszuräumen und der Öffentlichkeit genau zu erklären, was wir tun.</p>
<p><strong> </strong><strong>„Pferde für unsere Kinder e.V.“: </strong>Wir wissen, dass Ihnen die Zielgruppe der Kinder besonders am Herzen liegt. Warum ist es so wichtig, bereits Kindern den Kontakt zum Pferd zu ermöglichen? Was macht das Pferd mit dem Kind?</p>
<p><strong>Dr. Astrid von Velsen-Zerweck: </strong>Früher war es selbstverständlich, dass Tiere zum Leben dazugehören. Jeder kannte die verschiedenen Jahreszeiten und wusste, wann welche Frucht geerntet wird. Heute muss man darüber sprechen, weil sich die Menschen durch ihre Lebensweise immer weiter von der Natur und den Tieren entfernen. Das Pferd sowie Marbach und seine Pferde bieten den Kindern einen guten Einstieg für eine Beschäftigung mit der Natur und den Lebewesen, die darin leben. Dazu kommt, dass das Pferd eine unglaubliche Wirkung auf den Menschen – insbesondere auf Kinder – hat. Die Kinder lernen durch den Kontakt zum Pferd spielerisch ein anderes Lebewesen zu respektieren, achtsam zu sein, es zu versorgen; sie übernehmen Verantwortung und lernen gemeinsam, im Team etwas zu schaffen. Kurzum trägt das Pferd zur Persönlichkeitsentwicklung bei.</p>
<p><strong>„Pferde für unsere Kinder e.V.“:</strong> Sie bieten eine Vielzahl von Veranstaltungen und Maßnahmen für Kinder an. Vorreiter sind Sie u.a. mit dem eigenen Kinderclub, der 2006 ins Leben gerufen wurde. Was versteckt sich hinter dem Kinderclub und all den Maßnahmen und Veranstaltungen, die Sie für Kinder anbieten? Und können Sie Veränderungen im Kontakt zwischen Kindern und Pferden im Zeitverlauf beobachten?</p>
<p><strong>Dr. Astrid von Velsen-Zerweck:</strong> Im Jahr 2005 wurden durch die Umstrukturierung des Gestüts die Aufgabenfelder Bildung und Tourismus stärker in den Fokus gestellt. In diesem Zuge wurde auch der Kinderclub gegründet mit dem Ziel, möglichst vielen Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen, hinter die Kulissen des Gestüts zu schauen und etwas tiefer einzusteigen in das Thema Pferd und Gestüt. Im Kinderclub werden verschiedene Veranstaltungen angeboten, wie zum Beispiel eine spezielle Fohlenführung oder ein Besuch des Maschinenparks mit den großen landwirtschaftlichen Traktoren und Kutschen. Unabhängig vom Kinderclub werden in Marbach Malwettbewerbe, Familientage sowie ein spezielles Sommerferienprogramm mit familiengerechter Gestütsführung und Schauprogramm angeboten. Die Generalprobe für die jährlichen Hengstparaden findet immer speziell für die Schulen, Kindergärten, Behinderten- und Senioreneinrichtungen statt. Ein institutionalisiertes Angebot ist leider aufgrund fehlender Ressourcen noch nicht vorhanden. Es werden aber nach und nach weitere Angebote eingeführt. Aktuell bieten wir den Kindereinrichtungen, wie Schulen, die Möglichkeit, das Gestüt zu besuchen und haben in unserer Reitschule Ponys und Araber im Einsatz. Ein Wunsch von mir wäre es, eine gestütseigene Kinderreitschule in Marbach zu integrieren, die als Lehrbetrieb für Ausbilder in Kinderreitschulen dient.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Impressionen des Kinderclub &#8222;Julmonds Marbach&#8220; und des Kinderclub Ponys (Fotos:Archiv Marbach)</em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Impressionen weiterer Aktionen für Kinder (Fotos:Claudia Gille)</em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Veränderungen im Kontakt von Kindern und Pferden stellen wir vor allem in der Reit- und Fahrschule sowie auch bei unseren Auszubildenden fest. Allgemein gesprochen, sind geistige und körperliche Fitness, Durchhaltevermögen und Durchsetzungsvermögen nicht mehr so vorhanden, wie wir es von früher kannten. Auch bei den Besuchen von Kindern im Gestüt, ist festzustellen, dass der selbstverständliche Umgang mit dem Tier und der Natur nicht mehr vorhanden ist. Besonders deutlich wird das an der Herangehensweise der Kinder an die Pferde und den Fragen, die während der Besuche gestellt werden.</p>
<p><strong>„Pferde für unsere Kinder e.V.“:</strong> Als Landoberstallmeisterin stehen Sie in engem Austausch zu Vertretern aus Ministerien, Behörden und den Institutionen der Pferdewirtschaft. Welche Beobachtungen machen Sie, wenn es um das Thema Pferde und Kinder geht? Hat sich der Blickwinkel in Ihrer beruflichen Laufbahn verändert?</p>
<p><strong>Dr. Astrid von Velsen-Zerweck:</strong> Im Landwirtschaftsministerium ist die Entfremdung der Gesellschaft von Landwirtschaft und Tierhaltung ein Thema, mit dem die ganze Branche zu arbeiten hat. Die gesellschaftliche Akzeptanz des Umgangs, der Haltung und des Sports mit Tieren rückt zunehmend in den Fokus der Diskussionen. Es gibt eine Reihe von Programmen, die land- und forstwirtschaftliche Themen in die Kindergärten und Schulen transportieren. Das Landwirtschaftliche Hauptfest bringt seit über 200 Jahren die Land-, Energie- und Ernährungswirtschaft sowie Tierhaltung in einem vierjährigen Rhythmus auf den Wasen in der Landeshauptstadt Stuttgart und erreicht zahlreiche Familien und Bildungseinrichtungen. Der Fachkräftemangel macht auch vor der Pferdewirtschaft nicht Halt. Insofern ist natürlich eine große Sensibilität für den Themenkomplex Nachwuchsgewinnung und -förderung, Bildung, Berufs- und Hochschulausbildung vorhanden.</p>
<p><strong>„Pferde für unsere Kinder e.V.“:</strong> Wir beobachten, dass die Bereitschaft, Angebote für Kinder mit Pferden zu schaffen, zunimmt. Auch seitens der Politik oder gemeinnütziger Träger ist der Wille erkennbar, Angebote zu unterstützen. Warum ist es dennoch so schwierig, ein flächendeckendes Angebot für Kinder und Pferde zu schaffen?</p>
<p><strong>Dr. Astrid von Velsen-Zerweck: </strong>Es ist fast schon tragisch, dass die guten Strukturen der Reitvereine seit Jahren bröckeln. Dadurch fehlen in der Fläche Angebote für Kinder und Jugendliche. Es fehlt an qualifizierten Ausbildern, guten Schulpferden, finanziellen Mitteln und auch an Qualität. Durch verändertes Konsumverhalten und die vielfältigen anderen Angebote, die es für Kinder gibt, kommen weniger Kinder zum Reitunterricht. Dies hat wiederum zur Folge, dass es sich für den Betrieb oder Verein nicht lohnt, ein weiteres Schulpferd anzuschaffen oder einen geeigneten Reitlehrer einzustellen. Wir befinden uns hier in einem Teufelskreis. Hinzu kommt, dass die Kinder durch die Ganztagschulen kaum noch die Zeit haben, einem Verein beizutreten und entsprechende Angebote wahrzunehmen.</p>
<p>Ich denke aber, dass wir durch die Vereine und Betriebe ein großes Angebot schaffen könnten. Für mich sind die Vereinsstrukturen im Pferdesport und in der Pferdezucht sowie die Betriebe der Schlüssel dafür, dass wir in der Fläche präsent sein können. Wir müssen es wieder schaffen, Vereine und auch Betriebe zu stärken mit entsprechenden Konzepten und Ideen. Ausreichend finanzielle Mittel sind in der Pferdebranche ja grundsätzlich vorhanden, es gilt, Geldgeber zu begeistern und davon zu überzeugen, etwas für die Branche zu tun. Eine Idee, wie möglichst vielen Betrieben und Vereinen geholfen werden kann, eine qualitätvolle Arbeit in der Fläche anzubieten, ist eine Finanzierung über Stiftungen. Entsprechende Konzepte, wie zum Beispiel die Konzepte für Zustiftungen, gibt es bereits. Für mich ist es vorstellbar, dass sich die deutschen Landgestüte für eine Gründung einer solchen Stiftung zum Thema Bildung oder Nachwuchsförderung zusammen mit privaten Gebern engagieren.</p>
<p><strong>„Pferde für unser Kinder e.V.“: </strong>Sie unterstützen „Pferde für unsere Kinder e.V.“ bereits seit der ersten Stunde. Das größte gemeinsame Projekt war sicher die Aktion „100 für 100“, bei der 100 Holzpferde im Zuge des 100. Landwirtschaftlichen Hauptfestes in Stuttgart an 100 Kindergärten in Baden-Württemberg gespendet wurden. Aber auch kleinere gemeinsame Projekte haben stattgefunden. Haben Sie Ideen, wie wir als Verein Betriebe, Institutionen und Kindereinrichtungen noch besser unterstützen können? Was können wir auch perspektivisch gemeinsam machen: Mit Ihnen, aber auch den anderen Haupt- und Landgestüten?</p>
<p><strong>Dr. Astrid von Velsen-Zerweck: </strong>Um die Menschen besser erreichen zu können, brauchen wir einen Schulterschluss in alle Richtungen sowie eine flächendeckende Sichtbarkeit. Allein, ob als „Pferde für unsere Kinder“, Haupt- und Landgestüt oder FN, können die tollsten Projekte gestartet werden, aber wenn es nicht gebündelt sichtbar in die Fläche kommt, verläuft es sich. Um zum Beispiel Angebote rund um das Pferd nah am Wohnort der Kinder anbieten zu können, müssen regionale und lokale Strukturen gefördert werden. Dies geht hauptsächlich über die Vereine und Betriebe, aber auch die landwirtschaftlichen Betriebe. Ebenfalls ist eine Zusammenarbeit mit Schulen wichtig. Außerdem ist es sinnvoll, stärker an die Träger der Kindereinrichtungen, wie Städte, Gemeinden und Kirchen, heranzutreten, um das Thema Kinder und Pferde zu fördern und nicht nur die Betriebe und Vereine aufzufordern, Kindern den Kontakt zum Pferd und der Natur zu ermöglichen.</p>
<p>Eine gemeinsame mediale Aktion von „Pferde für unsere Kinder“ und den Haupt- und Landgestüten ist gut vorstellbar. So können zum Beispiel im Rahmen des Weltkindertages die Betriebe und Vereine dazu aufgerufen werden, ihre Anlage für Besucher zu öffnen und je nach Möglichkeit ein Programm anzubieten. Natürlich kann die Aktion auch datumsunabhängig durchgeführt werden. Es sollten nur alle teilnehmenden Einrichtungen gemeinsam für die Aktion werben. Die Haupt- und Landgestüte als öffentliche Institutionen in mehreren Bundesländern eignen sich sehr gut, das Anliegen von „Pferde für unsere Kinder“ weiter in die Gesellschaft zu bringen, wir stehen bereit für weitere Zusammenarbeit.</p>
<p><strong>„Pferde für unsere Kinder e. V.“:</strong> Herzlichen Dank für das Interview und Ihre Unterstützung.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Pressekontakt:</strong></p>
<p><strong>Pferde für unsere Kinder e.V.</strong><br />Lena Vetter<br />T: +49 (0) 4296 / 748 74 16<br />E: <a href="mailto:vetter@pferde-fuer-unsere-kinder.de">vetter@pferde-fuer-unsere-kinder.de</a></p></div>
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					<div class="et_pb_main_blurb_image"><a href="https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de/ukrainische-kinder-beim-pferdeerlebnistag-des-pferdesportvereins-in-achsheim/"><span class="et_pb_image_wrap et_pb_only_image_mode_wrap"><img loading="lazy" decoding="async" width="106" height="115" src="https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de/wp-content/uploads/2015/03/pferde-fuer-unser-kinder-gruen.jpg" alt="" class="et-waypoint et_pb_animation_off et_pb_animation_off_tablet et_pb_animation_off_phone wp-image-203" /></span></a></div>
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						<h4 class="et_pb_module_header"><a href="https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de/ukrainische-kinder-beim-pferdeerlebnistag-des-pferdesportvereins-in-achsheim/">Nächster Artikel</a></h4>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de/pferde-fuer-unsere-kinder-e-v-interview-mit-dr-astrid-von-velsen-zerweck/">„Pferde für unsere Kinder e.V.“-Interview mit Dr. Astrid von Velsen-Zerweck</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de">Pferde für unsere Kinder e.V.</a>.</p>
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		<item>
		<title>„Pferde für unsere Kinder e.V.“-Interview mit Ursula Karst</title>
		<link>https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de/pferde-fuer-unsere-kinder-e-v-interview-mit-ursula-karst/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Caterina Steffen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Oct 2021 14:53:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[„Pferde für unsere Kinder e.V.“-Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Kindertageseinrichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Pferdeerlebnistag Karoline-Goldhofer-KiTa]]></category>
		<category><![CDATA[Pferdeerlebnistage]]></category>
		<category><![CDATA[Ursula Karst]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de/?p=7393</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de/pferde-fuer-unsere-kinder-e-v-interview-mit-ursula-karst/">„Pferde für unsere Kinder e.V.“-Interview mit Ursula Karst</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de">Pferde für unsere Kinder e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_3 et_section_regular" >
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><h1><strong>„Pferde für unsere Kinder e.V.“-Interview </strong><strong>mit </strong><strong>Ursula Karst</strong></h1>
<h2><strong>„Pferdeerlebnistag“ in der </strong><strong>Karoline-Goldhofer-</strong> <strong>Kindertageseinrichtung </strong><strong>in</strong> <strong>Memmingen</strong></h2>
<p><strong>Bereits 2020 schlossen die Karoline-Goldhofer-Kindertageseinrichtung und der Ponyhof Lutz in Legau eine Partnerschaft und brachten das „Pferde für unsere Kinder“-Projekt, die „Pferdeerlebnistage“, nach Memmingen. Auch 2021 besuchen Katrin Rheinländer-Mix und Lena Auburger mit ihren Ponys die Kinder der Tageseinrichtung und ermöglichen einen erlebnisreichen Tag rund um das Thema Pferde und Ponys.</strong></p>
<p>„Pferde für unsere Kinder e.V.“ wollte von Ursula Karst, Leiterin der Kindertageseinrichtung, wissen, was hinter der Philosophie der Karoline-Goldhofer-Kindertageseinrichtung steht und welche Erfahrungen sie mit dem Pferd und den Pferdeerlebnistagen 2020 und 2021 in ihrer Kita gemacht hat.</p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img loading="lazy" decoding="async" width="1200" height="630" src="https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de/wp-content/uploads/2021/10/2021-10-14-Pferdeerlebnistag-Karoline-Goldhofer-KiTa-FB-Foto-Ursula-Karst.png" alt="Pferdeerlebnistag Karoline-Goldhofer-KiTa FB - Foto Ursula Karst" title="Pferdeerlebnistag Karoline-Goldhofer-KiTa FB - Foto Ursula Karst" srcset="https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de/wp-content/uploads/2021/10/2021-10-14-Pferdeerlebnistag-Karoline-Goldhofer-KiTa-FB-Foto-Ursula-Karst.png 1200w, https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de/wp-content/uploads/2021/10/2021-10-14-Pferdeerlebnistag-Karoline-Goldhofer-KiTa-FB-Foto-Ursula-Karst-980x515.png 980w, https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de/wp-content/uploads/2021/10/2021-10-14-Pferdeerlebnistag-Karoline-Goldhofer-KiTa-FB-Foto-Ursula-Karst-480x252.png 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1200px, 100vw" class="wp-image-7396" /></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p style="text-align: center;"><em>Von links: Katrin Rheinländer-Mix und Lena Auburger leiteten die &#8222;Pferdeerlebnistage&#8220; in der Karoline-Goldhofer- Kindertageseinrichtung in Memmingen; Foto: Ursula Karst</em></p>
<p><strong>„Pferde für unsere Kinder e.V.“:</strong>  Wie passt das Thema Pferd in das Konzept und die Philosophie der Kindertageseinrichtung?</p>
<p><strong>Ursula Karst:  </strong>Aus meiner Sicht sehr gut. Wir alle lernen mit allen Sinnen. Jeder geht in seiner individuellen Art eher vorsichtig oder mutig und forsch mit Neuerfahrungen um. Wir wollen in unserer reggio orientierten KiTa jedes Kind in seinen persönlichen Lernprozessen gut begleiten und auf einen wertschätzenden Umgang mit Mensch und Tier achten. Nach unseren Vorbesprechungen mit den Kindern im Morgenkreis „echte“ Ponys im Garten der KiTa erleben zu können, aus der sicheren Entfernung beobachten, streicheln, reiten oder sogar füttern zu dürfen, war für alle Kinder und Erwachsene wieder ein besonderes Erlebnis.</p>
<p><strong>„Pferde für unsere Kinder e.V.“:</strong> Bereits 2020 haben Sie gemeinsam mit dem Ponyhof Lutz einen „Pferdeerlebnistag“ in der Kindertageseinrichtung durchgeführt: Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Katrin Rheinländer-Mix vom Ponyhof Lutz?</p>
<p><strong>Ursula Karst: </strong>Letztes Jahr suchten wir, mitten in Corona bedingten Absagen verschiedener Events (kein Jahrmarkt in Memmingen, kein Kinderturnen, kein Laternenfest usw.), nach Möglichkeiten den Kindern positive Erlebnisse, die im Freien möglich waren, anbieten zu können. Eine Jahrmarktswoche mit Pony- Reiten in die KiTa zu verlegen war die Idee, die bald konkreter wurde. Eine Mutter in unserer KiTa, selbst Pferdebesitzerin, kannte Frau Rheinländer-Mix und gab mir die Kontaktdaten.</p>
<p><strong>„Pferde für unsere Kinder e.V.“:</strong> Was ist Ihnen von dem erlebnisreichen Tag rund um das Thema Pferd in besonderer Erinnerung geblieben? Warum haben Sie sich für die Wiederholung eines „Pferdeerlebnistages“ entschieden?</p>
<p><strong>Ursula Karst: </strong>Ich erinnere mich sehr positiv an unsere „Premiere“ mit den Ponys im letzten Jahr in unserem KiTa-Garten. Frau Rheinländer-Mix und Lena Auburger hatten offensichtlich die „richtigen“, „kinderfreundlichen“ Tiere aus ihrem Ponyhof ausgewählt, die sich geduldig streicheln ließen und bereitwillig viele Runden mit den kleinen Reitern drehten. Uns wurde schnell deutlich, dass die beiden Fachfrauen nicht nur hohe Kompetenz und Wissen im Umgang mit Ihren Tieren mitbrachten, sondern sich auch souverän im pädagogischen Anleiten der Kinder zeigten. Da mir selbst ein Pony anvertraut wurde und ich sozusagen „hautnah“ miterleben durfte wie sich, anfangs ängstlichere Kinder, beim Reiten entspannen konnten und die Bewegungen des Pferdes genießen konnten, dachte ich schnell an eine Wiederholung dieses besonderen Tages.</p>
<p><strong> „Pferde für unsere Kinder e.V.“:</strong> Bitte berichten Sie kurz von dem „Pferdeerlebnistag“ 2021 in der Kindertageseinrichtung.</p>
<p><strong>Ursula Karst: </strong>Als ich Anfang Oktober in einer „Erzählrunde“ die Kinder fragte: „Was gehört für euch zum Herbst?“ folgte die schnelle Antwort: “Laterne laufen!“ und „Ponys!“ Alle inzwischen Vier- bis Fünfjährigen konnten sich an das letzte Jahr gut erinnern und mir zum Teil genau Auskunft geben über den gelernten Umgang mit den Tieren. Fast alle Kinder wollten wieder reiten oder trauten sich (manchmal mit unterstützender, hilfreicher Führung der Erzieherin) die Pferdchen zu streicheln. Die meisten schafften es auch das Pferdeleckerli allein mit flacher Hand dem Pony zu füttern und das „Kitzeln“ auszuhalten. Ein sehr vorsichtiges Kind blühte am nächsten Tag auf, als wir am Laptop die Fotos betrachteten und erzählte stolz von seinen Empfindungen beim Streicheln.</p>
<p><strong>„Pferde für unsere Kinder e.V.“:</strong> Ganz allgemein gefragt, welche Bedeutung hat das Pferd für Sie? Und, welchen Einfluss und welche pädagogische Wirkung hat das Pferd auf Kinder?</p>
<p><strong>Ursula Karst: </strong>Als Kind wünschte ich mir jedes Weihnachten ein echtes Pferd – was leider nie klappte. Später machte ich über meine Töchter, die beide voltigierten, viele positive Erfahrungen in der Beobachtung der Kinder im Umgang mit den Pferden. Auch beruflich hatte ich beeindruckende Erlebnisse bei einer Fortbildung „Hippotherapie“ (Bunter Kreis Augsburg) in Bezug auf Therapiestunden für autistische Kinder bzw. Kinder, die seelische oder körperliche Verletzungen erlitten hatten. Ganz allgemein bin ich überzeugt, dass der Umgang mit Tieren sehr viele Sinne anspricht und Kinder wunderbar hautnah erleben können, wie sich Tiere anfühlen, verhalten, was sie fressen (und hochinteressant wieder ausscheiden). Wir konnten mit dem „Pferdeerlebnistag! erneut positive Erfahrungen bei eher introvertierten Kindern sammeln, die sich etwas zugetraut haben. Ebenso erlebten wir wie vorsichtig Diejenigen den Ponys begegnen konnten, die im KiTa-Alltag eher extrovertiertes, lautes Spielen bevorzugen. In der Beobachtung der Kinder gab es wunderbare Situationen und vor allem bei den meisten viel Freude am Erlebnistag. Wir respektierten jedoch genauso, wenn Kinder ein klares „Nein“ signalisierten, nicht reiten oder streicheln wollten und sich die Option mitzumachen für nächstes Jahr offenlassen wollten.</p>
<p><strong>„Pferde für unsere Kinder e.V.“:</strong> Das Vereinsziel von „Pferde für unsere Kinder e.V.“ ist es, Kinder und Pferde in Berührung zu bringen und ihnen damit auch einen Zugang zur Natur, zur Umwelt und zur Landwirtschaft zu ermöglichen. Fördern Sie diese Themen mit weiteren Projekten oder Thementagen in Ihrer KiTa?</p>
<p><strong>Ursula Karst:  </strong>Unsere KiTa gibt es erst seit 2,5 Jahren. Naturerfahrungen sind uns generell sehr wichtig. Wir gehen häufig und viel in unseren großen Garten, der einige Naturmaterialien zum Spielen bereithält oder unternehmen kleine Spaziergänge in die nähere Umgebung und bringen interessante Sammlungen mit. Auch den zweiten „Pferdeerlebnistag“ möchte ich im Sinne „den Kindern einen Zugang zum Tier ermöglichen“ als vollen Erfolg werten. Vielleicht gestalten wir nächstes Jahr mit anderen (Haus-) Tieren zusätzliche Erlebnistage. Ideen sind bereits vorhanden. Die Ponys hätten wir auf jeden Fall gerne jedes Jahr in unserem Garten.</p>
<p><strong>„Pferde für unsere Kinder e.V.“:</strong> Herzlichen Dank für das Interview und Ihre Unterstützung.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Pressekontakt:</strong></p>
<p><strong>Pferde für unsere Kinder e.V.</strong><br />Caterina Steffen<br />T: +49 (0) 5631 / 603 42<br />E: <a href="mailto:steffen@pferde-fuer-unsere-kinder.de">steffen@pferde-fuer-unsere-kinder.de</a></p></div>
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					<div class="et_pb_main_blurb_image"><a href="https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de/so-koennen-wir-unseren-nachwuchs-fuer-pferde-begeistern/"><span class="et_pb_image_wrap et_pb_only_image_mode_wrap"><img loading="lazy" decoding="async" width="106" height="115" src="https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de/wp-content/uploads/2015/03/pferde-fuer-unser-kinder-gruen.jpg" alt="" class="et-waypoint et_pb_animation_off et_pb_animation_off_tablet et_pb_animation_off_phone wp-image-203" /></span></a></div>
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					<div class="et_pb_main_blurb_image"><a href="https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de/zollinger-kindergarten-erhaelt-holzpferd/"><span class="et_pb_image_wrap et_pb_only_image_mode_wrap"><img loading="lazy" decoding="async" width="106" height="115" src="https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de/wp-content/uploads/2015/03/pferde-fuer-unser-kinder-gruen.jpg" alt="" class="et-waypoint et_pb_animation_off et_pb_animation_off_tablet et_pb_animation_off_phone wp-image-203" /></span></a></div>
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						<h4 class="et_pb_module_header"><a href="https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de/zollinger-kindergarten-erhaelt-holzpferd/">Nächster Artikel</a></h4>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de/pferde-fuer-unsere-kinder-e-v-interview-mit-ursula-karst/">„Pferde für unsere Kinder e.V.“-Interview mit Ursula Karst</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de">Pferde für unsere Kinder e.V.</a>.</p>
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		<title>Die Zwergen-Ranch und der Outdoor-Kindergarten Göhren</title>
		<link>https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de/die-zwergen-ranch-und-der-outdoor-kindergarten-goehren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Caterina Steffen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jul 2019 10:15:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[„Pferde für unsere Kinder e.V.“-Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder und Pferde]]></category>
		<category><![CDATA[Kindergarten]]></category>
		<category><![CDATA[Martina Rieger]]></category>
		<category><![CDATA[Outdoor-Kindergarten Göhren]]></category>
		<category><![CDATA[Zwergen-Ranch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de/die-zwergen-ranch-und-der-outdoor-kindergarten-goehren/">Die Zwergen-Ranch und der Outdoor-Kindergarten Göhren</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de">Pferde für unsere Kinder e.V.</a>.</p>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h1><strong>„Pferde für unsere Kinder e.V.“-Interview </strong><strong>mit Martina Rieger: </strong><strong>Die Zwergen-Ranch und der Outdoor-Kindergarten Göhren</strong></h1>
<p><strong>Der Umgang mit dem Pferd ist vielfältig – einige üben den Pferdesport in ihrer Freizeit aus, andere beschäftigen sich beruflich mit dem Pferd, die Nächsten dürfen den Kontakt zum Pferd sogar bereits im Kindergarten genießen. So bietet bspw. der Outdoor-Kindergarten in Göhren </strong><strong>gemeinsam mit der Zwergen-Ranch unter Leitung von Martina Rieger Kindern die Möglichkeit, mit Pferden in Kontakt zu kommen.</strong></p>
<p>„Pferde für unsere Kinder e.V.“ wollte wissen: Was steckt hinter der Zwergen-Ranch? Und was ist das Besondere an einem Outdoor-Kindergarten, welche Philosophie und welches Konzept stecken dahinter? Wie kommt das Pferd in den Kindergarten? Und wie lässt sich das Thema „Tiere und Natur“ in den Kindergartenalltag integrieren? Welche pädagogische Wirkung hat das Pferd auf die Kinder?</p></div>
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				<a href="https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de/wp-content/uploads/2019/07/Pferde-für-unsere-Kinder-e.V.-Interview-Zwergen-Ranch-und-Outdoor-Kindergarten-Göhren-2019-3.jpg" class="et_pb_lightbox_image" title=""><span class="et_pb_image_wrap "><img decoding="async" src="https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de/wp-content/uploads/2019/07/Pferde-für-unsere-Kinder-e.V.-Interview-Zwergen-Ranch-und-Outdoor-Kindergarten-Göhren-2019-3.jpg" alt="" title="" /></span></a>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>
<strong>„Pferde für unsere Kinder e.V.“:</strong> Die Zwergen-Ranch ist eine Reitschule für Kinder. Welche Philosophie steckt hinter Ihrer kleinen Ranch?<br />
<strong>Martina Rieger: </strong>Warum eigentlich eine Zwergen-Ranch? Unsere Philosophie beginnt schon beim Namen – Ponys, Material und Personal sind eher auf kleine Menschen ausgerichtet, die Ranch selbst ist ebenfalls klein und übersichtlich. Wir haben uns bemüht, eine warmherzige und familiäre Atmosphäre und Lernumgebung zu schaffen. Die Rückmeldungen unserer kleinen Kunden und ihrer Familien bestätigen dies.</p>
<p><strong>„Pferde für unsere Kinder e.V.“:</strong> Das Angebot der Zwergen-Ranch ist sehr vielfältig. Zurzeit bilden Sie sich zum Thema „Erlebnis Bauernhof“ weiter. Nach Fortbildungsabschluss sind Sie Mitglied in der Bundesarbeitsgemeinschaft „Lernort Bauernhof“ und dürfen den staatlich geförderten Bauernhofbesuch für Grundschulklassen anbieten. Warum verbinden Sie den „Lernort Pferdehof“ mit dem „Lernort Bauernhof“?<br />
<strong>Martina Rieger: </strong>Durch die Lage, die übersichtliche Größe und die Anordnung unseres Hofes greift alles ineinander: Auf dem Weg zum Pony holen kommen wir zum Beispiel an den Hühnern und den Apfelbäumen vorbei, genauso am Gemüsebeet und an den Kartoffeln. Bei den Kindern entsteht so automatisch Interesse für die entsprechenden Zusammenhänge der Natur. Eine wertvolle Möglichkeit zum Wissenserwerb über wichtige Themen, die vielen Kindern heutzutage unbekannt sind. Wir haben daher begonnen, diese Zusammenhänge erlebbar zu machen und mit verschiedenen möglichen Lernfeldern zu experimentieren: Beispielsweise das Lernfeld „Apfel“ – kleine Apfelkerne in die Erde legen und das entstehende Pflänzchen pflegen, verschiedene Apfelsorten probieren und ein eigenes Apfelmus kochen. Oder das Lernfeld „Hühner“ – für die Hühner das Futter selbst mischen, den Stall und den Auslauf pflegen und die Legenester mit frischem Stroh füllen. Und genauso funktioniert das natürlich mit dem Lernfeld „Pferd“: Was braucht das Pferd, um sich wohlzufühlen? Wie „spricht“ es? Wie soll man mit ihm umgehen, um sicher und pferdefreundlich zu sein? Wie muss die Ausrüstung beschaffen sein und wie wird diese gepflegt? Und selbstverständlich auch, wie lerne ich Reiten? All das sollen und dürfen die Kinder in Ferienaktionen mit ihrem Kindergarten oder ihrer Schulklasse bei uns ausprobieren.</p>
<p><strong>„Pferde für unsere Kinder e.V.“:</strong> Die Kinder des Outdoor-Kindergartens Göhren haben die Chance ihre Zeit in der Natur mit Tieren, Hasen, Hühnern, Zwergziegen, einem Hund und Ponys zu verbringen. Zudem erhalten sie sogar die Möglichkeit zu reiten. Wie hat sich diese Form des Kindergartens entwickelt?<br />
<strong>Martina Rieger: </strong>Zusammen mit meiner Kollegin Sabine Tober habe ich festgestellt, dass sich die Kinder, die an unseren HIPPONLINI® Kursen teilnehmen, mehr Zeit für Dinge rund um das Reiten wünschten. Sie wollten gerne die Ponys ausmisten und füttern, die Hühner besuchen, am Feuer etwas kochen, gesellig zusammensitzen und essen, die Hasen versorgen, die Sättel säubern und Ponyhufe einfetten und vieles mehr. So entwickelten wir in einer Testphase die sogenannten „Ponyhofsamstage“, zu denen wir interessierte Kinder und Familien eingeladen hatten. Rund 20 Kinder waren dann jeweils vier Stunden bei uns auf der Ranch. Nach einer Evaluation des Angebotes durch die Eltern stand fest, das neue Konzept kam hervorragend an. Es folgten einige Monate, in denen wir zahlreiche Einrichtungen mit „Outdoor-Konzepten“ besuchten – darunter Jugendfarmen, Waldkindergärten und Bauernhofkindergärten. Wir nahmen an Gründungsberatungen teil, verschlangen Berge von Fachliteratur und hatten mit zahlreichen Behörden das Vergnügen. Nebenbei verbesserten und verfeinerten wir unser Konzept, welches vom örtlichen Jugendamt geprüft und mit hervorragend bewertet wurde. Nach rund zwei Jahren war es dann soweit – das Konzept stand und die Kinder, die Tiere und wir selbst lieben es!</p>
<p><strong> „Pferde für unsere Kinder e.V.“:</strong> Welches Konzept steckt hinter dem Kindergarten und, welche pädagogischen Schwerpunkte setzen Sie im Kindergartenalltag?<br />
<strong>Martina Rieger: </strong>Diese Frage gebe ich an meine Kollegin Sabine Tober, Kindheitspädagogin, weiter.<br />
<strong>Sabine Tober: </strong>Hinter unserer pädagogischen Arbeit im Kindergarten steckt das Konzept des „Outdoor-Kindergartens“, welches ich gemeinsam mit Martina Rieger während meines Studiums entwickelt habe. Dabei haben wir das Rad nicht neu erfunden. Wir haben uns mit verschiedenen Konzepten, wie deren der Wald-, Natur- und Bauernhofkindergärten vertraut gemacht und daraus, angepasst an die vorliegenden Gegebenheiten, verbunden mit unseren eigenen Erfahrungen und pädagogischen Standpunkten, ein neues Konzept entwickelt.<br />
Dabei stellen natürlich der Kontakt und Umgang mit den Tieren und der Aufenthalt der Kinder im Naturraum die beiden wichtigsten Schwerpunkte unserer pädagogischen Arbeit dar. Unter anderem bekommen die Kinder die Möglichkeit ihrem Bewegungsdrang freien Lauf zu lassen, sie kommen in hautnahen Kontakt mit den verschiedenen Jahreszeiten und lernen einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit der Natur und all ihren Besonderheiten. Dabei behalten wir unseren Leitsatz „Kinder, die von Anfang an die Zusammenhänge und Einzigartigkeit der Natur erfahren dürfen, werden sie später zu schätzen und schützen wissen“ gerne im Hinterkopf.<br />
Weitere wichtige Schwerpunkte unserer pädagogischen Arbeit sind die Partizipation und Ko-Konstruktion. Die Kinder werden im alltäglichen Geschehen, im Sinne von Mitwirkung, Mitgestaltung und Mitbestimmung beteiligt und haben das Recht ihre Meinungen wertfrei zu äußern. Dabei findet Lernen in Zusammenarbeit zwischen den Kindern und den pädagogischen Fachkräften statt – es wird gemeinsam konstruiert. Einen sehr hohen Stellenwert nimmt weiterhin der respektvolle Umgang miteinander ein. Dabei geht es um einen wertschätzenden, emphatischen und kongruenten / echten Umgang unter den Kindern, pädagogischen Fachkräften und Eltern. Diese drei Grundhaltungen nach C. Rogers bilden für uns die Basis, aufgrund derer erst weitere Bildungsprozesse und Schwerpunkte gesetzt werden können.<br />
Demnach steht der Outdoor-Kindergarten „Für eine naturnahe und erlebnisreiche Kindheit – die solide Basis, auf der man mit beiden Beinen fest im Leben stehen kann!“.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><span style="color: #808080;"><em>(Fotos: Martina Rieger)</em></span></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>„Pferde für unsere Kinder e.V.“:</strong> Bei der Integration des Pferdes in den Kindergartenalltag arbeitet der Kindergarten mit der Zwergen-Ranch zusammen. Welche Aufgaben übernimmt die Ranch bei der Betreuung der Kinder?<br /><strong>Martina Rieger:</strong> Die Zwergen-Ranch ist morgens gleich die erste Anlaufstation für die Kinder. Hier findet der Morgenkreis mit Begrüßungslied und Vorlesegeschichte statt. Danach dürfen sich die Kinder um die Versorgung der Tiere kümmern: Sie lassen die Hühner ins Freie, sammeln die Eier ein, füttern und tränken die Ziegen und die Hasen und misten einen kleinen Teil des Ponystalls aus. So lernen die Kinder ganz selbstverständlich die Verhaltensweisen, Besonderheiten und Bedürfnisse der unterschiedlichen Tierarten kennen und verstehen, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Die Kinder erfahren Freude an der täglichen Arbeit, an einem sinnerfüllten Handeln. Jedes Kind hat hier seine Aufgaben und wird gebraucht. Das macht sie stolz und kompetent. <br />Einen Tag in der Woche ist „Reittag“. Alle Kinder dürfen an einer Reitstunde, welche wie ein HIPPOLINI® Miniclub aufgebaut und gut strukturiert ist, teilnehmen.</p>
<p><strong>„Pferde für unsere Kinder e.V.“:</strong> Ganz allgemein gefragt, welche Bedeutung hat das Pferd für Sie? Und, welchen Einfluss und welche pädagogische Wirkung hat das Pferd auf Kinder?<br /><strong>Martina Rieger:</strong> Die Bedeutung der Pferde für meine Tochter Sarah, meine Kollegin Sabine Tober und mich ist kaum mit Worten zu beschreiben. Sie sind Seelentröster, wichtigste vierbeinige Kollegen, Sportpartner, Freunde mit Samtnasen, eine Augenweide – und sicher noch vieles mehr! <br />Und pädagogisch gesehen: Die Kinder lernen bei den Ponys Achtung vor den Bedürfnissen und dem privaten Bereich anderer Lebewesen, sie lernen abzuwarten und leise sein zu können, sie entwickeln Empathie und Ausdauer. Dies sind nur einige positive Wirkungen von Ponys bzw. Pferden auf das Verhalten der Kinder.</p>
<p><strong>„Pferde für unsere Kinder e.V.“:</strong> Aus Ihrer Erfahrung heraus, sehen Sie einen Unterschied in der Entwicklung der Outdoor-Kindergarten-Kinder, welche sich den Themen Natur, Tiere und Pferde im Kindergartenalltag widmen, gegenüber anderen Kindern?<br /><strong>Martina Rieger:</strong> Auf jeden Fall! Bedarf an Ergo- oder Logotherapie besteht bei den Outdoor-Kindern nahezu gar nicht. Das Laufen, Springen, Rennen auf verschiedensten Untergründen, das Ausbalancieren auf dem Ponyrücken und die langen Spaziergänge bei allen Wetterlagen stärken Koordination, Gleichgewicht und Kondition maximal. Die vielen Gesprächsanlässe während unserer „Rancharbeit“, wie in der Entdeckungs- und Spielzeit sowie das viele Vorlesen, das wir alle sehr lieben, unterstützen eine gesunde Sprachentwicklung.<br />Sabine Tober, ebenfalls HIPPOLINI®-Lehrkraft und die Kindheitspädagogin im Outdoor-Kindergarten, macht zudem gerade ein Fernstudium mit dem Thema „Natur- und Umweltpädagogik“ und die Lerninhalte fließen natürlich ebenfalls direkt ins Kindergartenprogramm ein. Menschen, die ihre Kindheit in der Natur verbringen dürfen und möglichst viel über sie erfahren, werden ihre natürliche Umgebung auch als Erwachsene lieben und schützen.</p>
<p><strong>„Pferde für unsere Kinder e.V.“:</strong> Das Vereinsziel von „Pferde für unsere Kinder e.V.“ ist es, Kinder und Pferde in Berührung zu bringen und den Wert des Pferdes wieder in das Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken, denn vielen Menschen ist nicht bewusst, welchen positiven Einfluss Pferde auf uns und unsere Kinder haben. Inwieweit stimmen die Ziele der Zwergen-Ranch und des Outdoor-Kindergartens Göhren mit unseren überein?<br /><strong>Martina Rieger:</strong> Tiere tun der Kinderseele gut – Pferde und Ponys spielen hier eine ganz besondere Rolle. Durch ihre Kraft, Stärke und Schönheit haben sie einen hohen Aufforderungscharakter. Kleine wie große Menschen sind fasziniert, wie interessiert und fein diese großen starken Tiere mit uns zusammenarbeiten. Kleinere Kinder fühlen sich auf dem Ponyrücken endlich groß, schüchterne Kinder trauen sich plötzlich was und die lauten Kinder – die werden zum Teil direkt vom Pferd an ihre Grenzen gebracht. Es sind Einfühlungsvermögen und leise Töne gefragt. Fast alles, was die Kinder über das Herdenverhalten der Ponys und über eine gute Führung lernen, können sie in ihrer menschlichen Umgebung direkt nutzen und umsetzen. Und bei allem Lerneffekt bleibt auch noch ganz viel an „Balsam für die Seele“ übrig.</p>
<p><strong>„Pferde für unsere Kinder e.V.“:</strong> Herzlichen Dank für das Interview und Ihre Unterstützung.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Pressekontakt:</strong></p>
<p><strong>Pferde für unsere Kinder e.V.</strong><br />Caterina Steffen<br />T: +49 (0) 5631 / 603 42<br />E: <a href="mailto:steffen@pferde-fuer-unsere-kinder.de">steffen@pferde-fuer-unsere-kinder.de</a></p></div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de/die-zwergen-ranch-und-der-outdoor-kindergarten-goehren/">Die Zwergen-Ranch und der Outdoor-Kindergarten Göhren</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.pferde-fuer-unsere-kinder.de">Pferde für unsere Kinder e.V.</a>.</p>
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